Schlagwort-Archiv: Marketing Automation

Ne Gute Idee reicht nicht mehr

Marketing ist das Tummelfeld für Texter, Grafiker, Illustratoren oder Konzeptioner. Ist das wirklich so? In manchen Werbeagenturen vielleicht. Die Marketing-Abteilungen von Unternehmen hingegen sehen völlig anders aus. Dort werden Strategie- und Kommunikationsprozess-Profis gesucht. Warum? Der ROMI (Return of Marketing Investments) bestimmt den Alltag der Vermarkter. Und um diesen messen zu können, gibt es immer mehr Technik.

SFA, CRM, ERP, SEO, SEA, Content Management, Social Media Monitoring, Social Media Management, Marketing Automation, Opportunity Management, usw. usw. usw. Die Liste der Technologien und Datenverarbeitungsplattformen im Marketing ließe sich beliebig verlängern. Warum um Gottes Willen ist das alles nötig, wird sich der eine oder andere Fragen. Als ich mein Unternehmen gründete, gab es ca. 6 relevante Kommunikationskanäle. Telefon, Fax, Zeitungen, Post, Fernsehen und sogenannte Out-of-Home-Werbeflächen. Es war die Zeit der Massenwerbung. Heute ist es anders: Fast alle Unternehmen bemühen sich, „relevante Inhalte“ an die Zielgruppe zu kommunizieren. Es gilt, genau die Inhalte an die Zielperson auszusteuern, die sie interessieren. Denn genau diese Inhalte sind im Kaufprozess notwendig, um sie zu „konvertieren“ (wie es die Marketing Profis heute nennen). Dazu ist es notwendig, über alle Kommunikationskanäle sämtliche Informationen zu sammeln. Welche Seiten hat der Kunde auf meiner Webseite geklickt? Was hat es sich runtergeladen? Welche Kommentare gibt es auf meinen Social Media Plattformen oder welche eMails hat er geöffnet? Alle Kommunikationskanäle müssen überwacht, analysiert und ausgewertet werden. All diese Informationen geben genaue Informationen über die Interessenslage des Kunden und über die Position im Kaufentscheidungsprozess. Im Gegensatz zu früher nutzen viele unserer Kunden mittlerweile zwischen 30 und 60 Kommunikationskanäle. Diese so zu managen, dass man die Zielperson über jeden Kanal verfolgen und  zur richtigen Zeit mit der richtigen Information überzeugen kann, ist die große Herausforderung. Das Ziel: Die 360 Grad Kundenkommunikation! Egal über welchen Kanal der Kunde kommt, er bekommt nur das, was für ihn Sinn macht! Das hat viel mit dem Aufbau und der ständigen Überprüfung von Kommunikationsprozessen zu tun. Längst haben sich auch Prozessoptimierer dem Thema Marketing gewidmet. Wer also ins Marketing will, muss heute mehr wissen als je zuvor. Das beantwortet die Frage, warum, um Gottes willen all diese Technik nötig ist. Technisches Grundverständnis über die Online-Kanäle ist eigentlich Pflicht. Aber keine Sorge – eines ist geblieben: Am Anfang steht immer noch eine gute Idee! Sie wird nur dann zum zählbaren Erfolg wenn Sie die Zielperson zur richtigen Zeit über den relevanten  Kanal erreicht.

Wie Sie mit Google in einen Bieterwettstreit für Ihren eigenen Firmennamen geraten!

Google bashing ist ja heute Mode! So wie es in den 90-ern hip war, Microsoft als große Bedrohung aufzupumpen oder in den 80-ern IBM. Google die Datenkrake! Bisher hatte ich da eine Art Beißhemmung. Verdiene ich doch Geld mit Leadgenerierung im Web. SEO, SEM, Online Media planen, Webseiten programmieren, Marketing Automation – das ganze Programm.

Jetzt hat Google mir aber, wie die Bayern sagen würden „des Kraut ausgschütt‘!“ Was ist passiert? Warum zähle ich mich plötzlich zu den Kritikern und Mahnern? Es ist etwas passiert, das hätte ich niemals für möglich gehalten: Google verdient mit dem Namen meiner Firma Geld! Wie?

So verdient Google mit IHREM guten Namen Geld !

Meine Agentur besteht seit 20 Jahren. Und in dieser Zeit habe ich viel Zeit, Mühen und vor allem Geld in den Aufbau der Firma und des Namens gesteckt. Was ich nicht für möglich gehalten habe ist, dass Google nun mit diesem Namen Geld verdient. Wie soll das denn gehen, werden Sie fragen? Ganz leicht: Ein Wettbewerber von uns  hat offensichtlich beim Thema Marketing Automation Nachholbedarf. Also haben sich die SEO/SEM-Leute dieser Agentur angesehen, wer da schon ganz gut positioniert ist. Zum Beispiel wir! Was sie jetzt tut, ist Werbung einbuchen, wenn jemand nach unserem Firmennamen sucht. Wenn man also unseren (alten) Firmennamen (Woelke von der Brüggen GmbH – oder Teile davon) eingibt, ploppt ringsum Werbung dieser Agentur mit allen Schlagwörtern zum Thema Marketing Automation oder Leadgenerierung im Web auf. Das ist doch nicht möglich, werden Sie denken. Dachte ich auch. Intensive Recherchen haben ergeben, dass Google es zulässt, solange der Name nicht Teil der Web-Einblendungen ist. Wenn ich also verhindern will, dass unser Wettbewerber als Werbung überall auftaucht, wenn man UNSEREN Namen eingibt, muss ich einfach nur eines tun: Mehr auf meinen EIGENEN Namen bieten. Wo? Natürlich bei Google. Logisch, dass Google das nicht verbietet. Sind sie doch die Einzigen, die etwas davon haben, wenn wir in einen Bieterwettstreit mit unseren Wettbewerbern einsteigen. Einen Bieterwettstreit für unseren eigene Firmennamen? Das ist doch absurd!

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Halt, halt, halt! Nochmal zusammen gefasst: Wenn Sie also 10, 20, 30, 40 Jahre in den Aufbau Ihrer Marke investieren, dann kann es sein, dass ein reicher internationaler Konzern in Google auf Ihren Namen bietet und damit die Werbehoheit über die Ergebnisliste für Ihren Namen. Bei Google herrscht also das Recht des Stärkeren! Oder man müsste besser sagen: Das Recht des Reicheren! Dass Google also davon profitiert, dass wir uns zu gewissen Marktthemen gut positioniert haben, ist eigentlich ein Skandal. Was propagieren die Marketingberater (zu Recht)? Sie müssen über Content Marketing versuchen, sich zu Marktthemen zu positionieren (natürlich mit Hilfe entsprechender Budgets für Google). Machen Sie das erfolgreich, so könnte allerdings ein Wettbewerber davon profitieren, indem er einfach auf Ihren Namen bietet. Und hier, finde ich, geht Google eindeutig zu weit.

Das Schlimmste: Ich bin nicht der Einzige! Unsere SEO-Spezialisten haben ausgelesen, dass unser Wettbewerber auf über 45 Agenturnamen bietet. Darunter auch auf einige erfolgreiche und gut positionierte Partner von uns. Ich würde annehmen, dass eine Agentur, die Web-Dienstleistungen anbietet, bessere Möglichkeiten hat, sich zu positionieren. Ist alles, was erlaubt ist, auch redlich? Wir haben mal geschaut, ob BMW auf Mercedes bietet, Apple auf Dell oder Armani auf Prada. Natürlich nicht! Wäre wahrscheinlich auch saupeinlich, wenn das rauskäme! Ich habe mit dem Geschäftsführer der Wettbewerbsagentur gesprochen. Sein Kommentar: „Machen doch alle so!“. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er angeboten hat seine SEO-Leute anzuweisen unseren Namen aus der Optimierung rauszunehmen!

Was sagt der BGH dazu? Höchstrichterlich ist entschieden worden, dass diese Art des Bietens auf Firmennamen erlaubt ist, solange „beim durchschnittlichen Nutzer nicht für Verwirrung gesorgt wird“. Was das heißt, weis wohl auch der BGH nicht so genau. Im Endeffekt ist es so, dass die Beweislast auf das „geschädigte“ Unternehmen verlagert wird.  Sorgt die Werbung für Verwirrung muss man klagen!

Ich bin wirklich und ehrlich erschrocken, was offensichtlich in der Welt von Google alles möglich ist. Dass Google mit meinem Firmennamen Geld verdient, hätte ich noch vor wenigen Monaten für unmöglich gehalten. Was kommt als nächstes? Ich bin gewarnt! Und Sie jetzt auch!

 

Marken im B2B-Umfeld: Eine Geschichte ungenutzter Potentiale

Kognitive Hirnforscher haben herausgefunden, was wir alle seit langem vermutet haben: Starke Marken sprechen direkt das Belohnungszentrum im Gehirn an. Das heißt: Sie sind stark mit positiven Emotionen verbunden. Die Neuigkeit: Das gilt nicht nur für B2C-Marken, sondern ebenso für B2B.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum: Techniker und Einkäufer sind grundsätzlich allergisch auf Werbung. Neuere Untersuchungsergebnisse räumen mit diesem Vorurteil endlich auf. B2B-Entscheider sind mehr denn je offen für relevante werbliche Kommunikation. Warum? Das Angebot wird immer größer, technisch komplexer und unübersichtlicher. Gerade hier geben Marken Orientierung und helfen damit, die Komplexität des Angebotes zu reduzieren. McKinsey ermittelte in einer Befragung unter Top-Einkäufern, dass 42 Prozent der Einkäufer bei einer starken Marke das Risiko eines Fehlkaufes für sehr gering halten. Kaum verständlich, dass die meisten B2B-Anbieter wenig für Ihre Marke tun.

Weiche Faktoren sorgen für eine höhere Marge

Fragt man Vertriebs- und Marketingverantwortliche so sind die Kundenbedürfnisse völlig klar. Ganz oben stehen Funktionalitäten, Innovationen und der Preis. Aktuelle Studien offenbaren den Irrtum: Vor allem im B2B-Bereich stehen für die meisten Kunden neben funktionalen Kaufentscheidungsmotiven (Technik beziehungsweise Kosten) psychosoziale Nutzen wie Expertise, Zuverlässigkeit, Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Partnerschaftlichkeit im Vordergrund. Hinzu kommt: Die Größe des Buying Centers steigt mit der Höhe der Investition. Und die Wenigsten können bis ins Detail beurteilen, welcher Anbieter funktional die Nase vorne hat. Demnach setzt sich der Kreis der Entscheider fast immer aus einer Kombination aus Vernunft und Gefühl zusammen. Wer auf Funktion und Preis setzt, muss gegebenenfalls gegen Billiganbieter aus China und Indien konkurrieren. Diese entwickeln sich immer häufiger zu ernsthaften Wettbewerbern, denn die Qualität dieser Produkte ist oft akzeptabel und der Preis unschlagbar. Deswegen lernen die meisten schnell wachsenden Unternehmen, dass brauchbare Produkte erstklassig vermarktet oft erfolgreicher sind als erstklassige Produkte brauchbar vermarktet. Und die Zahlen sprechen für sich: Starke Marken haben im Schnitt eine um 20 Prozent höhere Ebit (earnings before interest and taxes) Marge. Und damit nicht genug: Starke Marken erreichen nicht nur höhere Preise, sondern auch ein höheres Rating.

Silodenken verhindert starke Marken

Nüchtern, technisch und emotionslos. Messestände auf internationalen Industriemessen sind erschreckend einfallslos! Und das obwohl Industrieunternehmen den allergrößten Teil ihres Marketing-Budgets in Messebeteiligungen investieren. Die Marke wird viel zu oft in ihrer Bedeutung auf das Logo und die Produktion von Broschüren reduziert. Aber woran liegt das? Ob Unternehmenskommunikation, Markenführung, Marketing, Vertrieb oder Produktentwicklung: Jeder Bereich beansprucht den relevanten Anteil am Unternehmenserfolg. Und genau dieses Silodenken verhindert den Aufbau einer erfolgreichen Marke. Viel zu oft ist die Macht der Entwicklungsabteilung zu groß. Demgegenüber beansprucht der Vertrieb, am besten zu wissen, was der Kunde braucht. Das Marketing zieht seine Erkenntnisse dagegen aus Umfragen und Marktforschungsdaten. Erfolgreiche B2B-Marken machen es vor: Die klare Abgrenzung zwischen Produkt, Kommunikation und Absatz ist vorbei. Die Zauberformel heißt übergreifende Vernetzung der Bereiche. Das heißt, operatives Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Service definieren gemeinsame Ziele und Inhalte. Aber vor allem ziehen sie alle an einem Strang!

Vertrieb und Marketing im Einklang

Wo eine starke Markenidentität besteht, kann der Vertrieb am allerbesten arbeiten. Die Marke schafft Vertrauen, Sicherheit, Sympathien und Präferenzen, generiert mehr Leads, öffnet Türen und vergibt sogar einige Fehler. Aber wo entsteht ein Markenbild? Neben den klassischen Kanälen natürlich im Internet. Denn eines hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert: Das Kaufverhalten! Weit mehr als im B2C-Bereich werden zwischen Unternehmen Waren, Güter und Dienstleistungen im Internet gehandelt. B2B-E-Commerce macht über 95 Prozent (870 Milliarden Euro) des gesamten E-Commerce-Marktvolumens aus. Was bedeutet das für die Marke? Vor allem, dass Kunden heutzutage potenziell viel mehr Kontaktpunkte mit Ihnen haben als noch vor 20 Jahren. Gab es noch in den Achtzigern ca. 6-8 relevante Kommunikationskanäle (Brief, TV, Fax, etc..) so zählen Experten heute 40-60. Diese erstrecken sich von der Webseite und Bewertungsseiten über Beschaffungsplattformen bis hin zu Social Media-Portalen. Wie schaffen sie vor diesem Hintergrund ein homogenes Markenbild?

Leads umfassend betreuen

Eines der wichtigsten Mittel der nächsten Jahre ist das Lead Management im Zusammenspiel mit dem CRM. Der Kunde wird über seinen ganzen „Lebenszyklus“, der Customer Journey hinweg, professionell entwickelt: Vom Bewusstsein fürs Produkt über Interesse bis hin zur Kaufabsicht und der Kaufentscheidung. Zudem ist nach einem getätigten Kauf vor dem nächsten Interesse. Einmalige Kunden müssen deshalb zum Stammkunden entwickelt werden. Neueste Technologien ermöglichen ein kapillares Tracking des Kaufinteressenten. Vorbei sind die Zeiten nerv tötenden Werbebombardements oder nichtsagender Lieferanten-Selbstdarstellungen. Cookies und Webtracking gestatten endlich den relevanten Dialog. Klassische Werbung, nicht klassische Werbemaßnahmen, Dialogmarketing, SEM, SEO, Social Media und so weiter sind nun keine Einzeldisziplinen mehr. Sie werden intelligent verknüpft und zu einer sinnvollen Strategie verbunden. Kunde und Anbieter lernen sich kennen und es entsteht ein relevantes Bild des Angebotes und der Marke. Über alle Kommunikationskanäle hinweg. Was für einige von Ihnen klingt wie Zukunftsträumerei ist für Anwender von Marketing Automatisierungs- und Lead Management-Plattformen bereits Realität. Für all diejenigen, denen Begriffe wie Closed-Loop-Kommunikation, Lead Scoring und Lead Nurturing nichts sagen: Der Vertriebskontakt ist das nachhaltigste Markenerlebnis! Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Vertrieb und Marketing wird auch 2014 das stärkste Differenzierungskriterium bleiben. Leider! Oder Gott sei Dank?

2 Euro ins Phrasenschwein!

 

Bildschirmfoto 2013-07-29 um 22.24.22„Wer kein Content Marketing macht, ist bald weg vom Fenster!“
Glaubt man der Fachpresse, ist Werbung tot. Einzig „Themen“ verkaufen noch Produkte. Ein wenig fühle ich mich an das Jahr 2000 erinnert. Eine Sau nach der anderen wird durch das Dorf getrieben. Und jede Welle propagiert das Ende alles „bisherigen“. Schlagworte wie Behavioral Marketing, Inbound Marketing, Marketing Automation, Leadmanagement, Content Marketing, TOFU-Marketing, Lead-Nurturing, Lead-Scoring, Lead Routine, etc…. beherrschen heute die Diskussionen.
Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass die vielen selbsternannten Marketinggurus schon lange nicht mehr bei Kunden waren. Eine aktuelle Studie von 2013 hat ergeben, dass nur ca. 4,8% aller Industrieunternehmen und 3,5% aller Dienstleistungsunternehmen Möglichkeiten anbieten, um eMailadressen auf ihrer Webseite zu hinterlassen. Und das deckt sich mit unserer täglichen Praxis. Sprechen Berater und Presse davon, wie durch modernste Technik Interessenten und Anbieter wundersam zueinander finden, so erleben wir häufig, wie unsere Kunden Werbebriefe kleben. Na gut! Der Vergleich hinkt vielleicht etwas. Aber eines bleibt Fakt: Den Unternehmen bleibt zu wenig Zeit um sich von einem Hypertrend zum anderen zu hangeln. Und wir machen es ihnen wirklich nicht leicht!

Marketing Automation ist die größte Erfindung nach der Entdeckung des Klopapiers. Endlich haben wir die technischen Möglichkeiten für die Königsdisziplin des Marketing geschaffen: Individuelle Kommunikation mit unseren Kunden. Wir können unsere Zielpersonen beobachten, noch besser, kennen lernen, daraus Schlüsse ziehen und sie so für uns gewinnen.  Aber sind wir nicht auf dem besten Wege, unsere Klientel im Bahnhof stehen zu lassen? Ein Großteil der Marketing-Berater verstecken sich hinter Wolken von Anglizismen. Verstehen unsere Kunden das alles? Meine tägliche Praxis bestätigt meine Zweifel. Sie verstehen es nicht! Wenn wir unsere Kunden für die strukturierte Entwicklung von Interessenten zu Kunden begeistern wollen, dann nicht so:
„Marketing Automation ist eine umfangreiche SaaS-Plattform zur Automatisierung von Kundeninteraktionen in einer Multi-Channel-Kommunkation. Marketing Automation optimiert darüber hinaus Ihre Customer Experience mit Hilfe von effizienten Lead Scoring und Lead Rating Funktionalitäten!“

Also, ich stelle jetzt bei uns ein Phrasenschwein auf! Pro Anglizismus: 2 Euro! Ich halte Sie auf dem Laufenden, wie viel zusammen kommt.2euro-300x2922

Content Marketing: 5 Erkenntnisse aus dem Agenturalltag!

 

„Content-Marketing ist das neue SEO!
Content-Marketing ist die Zukunft!
Content-Marketing generiert drei Mal mehr Leads.
Werbung ist tot. Nur noch Themen verkaufen Produkte.“

Die Fachpresse ist sich einig. Ohne Content Marketing keine Leads. Klassische Produktwerbung ist am Ende, so der Tenor vieler Artikel. Ist das wirklich so? Leadgenerierung ist in unserer täglichen Agentur-Praxis nach wie vor die Herausforderung Nr. 1. Warum? Machen zu wenige Unternehmen Content Marketing? Machen sie es falsch? Gibt es ein Geheimnis? Die Lösung liegt auf der Hand! Erfolgreiches Content Marketing ist mindestens so schwierig wie gute Werbung. Wer gehofft hat, die Erstellung und Verteilung von ein paar White Papern, Webcasts, Videos oder Infografiken würde die Pipeline wie von Zauberhand vollspülen, wird enttäuscht. Wie immer ist die Strategie der Schlüssel zum Glück. Content is Queen! Strategy is King! Na ja, richtig revolutionär ist diese Erkenntnis nicht.

Aber gehen wir vielleicht noch einen Schritt zurück. Was wollen wir mit Content Marketing erreichen? Richtig! Wir wollen Interessenten für uns gewinnen. Marketing-Verantwortliche wissen, dass die Zielgruppen sehr unterschiedliche WissensstänWB_Illu_Relevanzde haben. Sucht der eine nach einer konkreten Lösung für ein konkretes Problem, so ahnt ein anderer gar nicht, dass er ein Problem hat, geschweige denn, dass er es mit Ihrem Produkt lösen kann. Content Marketing kann helfen Märkte zu machen oder zu öffnen. Wie? Dazu habe ich die 5 wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Agenturalltag zusammen gefasst.

 

5 Tipps aus der Praxis

Tipp Nr. 1
Segmentieren Sie Ihre potenzielle Zielgruppe in 4-5 Phasen!

Wer ein Problem hat, erkundigt sich, hört sich um und surft im Internet. Wem geht es ähnlich? Was ist der Grund? Wie kann man es lösen? Wer bietet Lösungen an und wer hat mit welchem Hersteller die besten Erfahrungen? Entlang dieser Phasen sollten Sie Ihren Content entwickeln und anbieten. Ein Beispiel für eine einfache Einteilung:

  1. Personen, deren Aufmerksamkeit ich bekommen will
  2. Personen (die mich schon kennen), die ich auf ein konkretes Thema aufmerksam machen will
  3. Personen (die mich schon kennen), die ich auf mein Angebot aufmerksam machen will
  4. Personen (die Produkte oder Lösungen evaluieren), denen ich deutlich machen willl, warum sie bei mir kaufen sollen.

 

Erfolgreiches von weniger erfolgreichem Content Marketing unterscheidet sich dadurch, dass Themen und Kanäle optimal auf die Zielgruppe abgestimmt sind.

 

Tipp Nr. 2
Wohin mit dem Content?

Es herrscht die irrige Meinung, dass man Content nur irgendwo ins Internet stellt und dann nur warten muss. Content und Interessenten finden sich dann schon auf wundersame Weise. Sie werden es ahnen: Das Prinzip Hoffnung funktioniert nur beim Lotto. Beim Content Marketing zeigen sich leider nach wenigen Wochen harte Zahlen. Egal wie überschwänglich die Fachpresse das Zeitalter des Content Marketing einläutet, es bleibt dabei: Content ist kein Werbekanal, sondern ein Werbemittel! Daraus folgt: Content muss vermarktet werden. Sie werden sich fragen: Wenn Content genauso intensiv vermarktet werden muss, wie ich früher meine Produkte vermarktet habe, wo liegt denn da der Vorteil des Content Marketing? Ganz einfach! In der höheren Bereitschaft des Kunden, sich zu erkennen zu geben (Ihnen seine Adresse zu verraten)! Wo finden sie diese Menschen? Welche Webseiten, Foren, Veranstaltungen und Portale besuchen die Zielpersonen mit diesen verschiedenen Wissensständen? Was lesen sie und wo lohnt es sich, diese Zielgruppen „abzuholen“? Am besten Sie lassen sich von einer Mediaagentur helfen. Das Ergebnis: Eine Matrix mit Content-Themen, die zu Zielgruppen passen und die auf den richtigen Medien vermarktet werden.

 

Tipp Nr.3
Was ist Ihr Content wert?

Ich habe es eben schon angedeutet: Content Marketing ist vor allem ein Tausch. Der potenzielle Kunde tauscht seine Adresse gegen Ihre Informationen, Tipps, Tricks, Ratgeber oder andere Inhalte. Wann tauschen wir? Wenn wir glauben, dass wir für unsere „Währung“ (in diesem Fall Ihre Adressdaten) einen interessanten Gegenwert bekommen. Längst ist allen klar, dass unsere Namen und Adressen irgendwann und irgendwie dazu genutzt werden, uns vertrieblich zu „bearbeiten“. Weil wir das alle wissen, sind unser Name und unsere Mailadresse eine Währung! Und hier beginnen schon die meisten Fehler. Überlegen Sie sich für welchen Content Ihre Zielpersonen bereit sind zu bezahlen. Ich versuche unseren Beratern – je nach Zielgruppe – einen Maßstab zu geben! Content, für den die Zielperson nicht bereit wäre, mindestens 20 Euro zu bezahlen, produziert erfahrungsgemäß kaum Downloader, die ihren Namen hinterlassen! Diese Regel gilt insbesondere für den Einstieg: Die erste Stufe des Content Marketing oder auch TOFU (Top of Funnel) genannt.

 

Tipp Nr. 4
Content muss begeistern!

Neben allen Punkten aus Tipp 1-3 ist die Aufmachung und Umsetzung („Tonalität“) des Contents entscheidend. Im allgemeinen sollten komplexe Sachverhalte kurz, knapp aber vor allem fundiert präsentiert werden. Aus meiner Sicht sind 90% der Content-Angebote ihr Geld (also „ihre“ eMailadresse) nicht wert. Woran liegt das? An zwei Dingen.

  1. Viele Unternehmen haben Angst, zu viel von ihrem Know-how preiszugeben!
  2. Der Content ist wenig ansprechend aufbereitet.

 

Egal ob Video, White Paper oder Webcast. Wenn der Kunde mit „seinem guten Namen bezahlt“, will er auch etwas bekommen. Und das sollte aktuell, spannend, abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam sein. Sicher ist es schwierig, den richtigen Ton zwischen dem hohem redaktionellen Anspruch des Interessenten und der werblichen Absicht des Anbieters zu treffen. Wer den Interessenten motivieren will, sich über Sie zu informieren, muss deshalb zwei Dinge beherzigen! a) Er muss es dem Content-Nutzer leicht machen. Ratgeber, Blogs, Videos oder White Paper muten viel zu oft noch an wie der Geschäftsbericht des Kleingärtnervereins Ottobrunn. b) Er muss Geduld haben. Wenn Sie also dem Drang nachgeben müssen, den Content mit Ihrem Angebot anzureichern, dann tun sie es möglichst unauffällig und indirekt. An diesem Punkt wollen Sie den Kunden ja erstmal nur für Ihr Thema öffnen. Wenn Sie jetzt zu schnell sind und zu vertrieblich werden, verlieren sie unter Umständen den Kontakt bzw. die Permission. Füttern Sie Ihren Interessenten an und entwickeln Sie sein Interesse!

 

Tipp Nr. 5
Wie schreibe ich White Paper, Newsletter, Blogs, etc.?

Dazu nächste Woche mehr! Am besten, Sie abonnieren meinen Blog, so verpassen Sie das Content Marketing Texterseminar nicht. In ca. 10 Tagen mehr an dieser Stelle! 😉

Shit in, Shit out

Marketing Automation (von manchen auch Behavioral Marketing oder Leadmanagement genannt) – seit die Gartner Group es letztes Jahr zum Megatrend adelte, ist das Thema omnipräsent! Zumindest in der IT-Branche. Außerhalb dieses Kosmos provoziert der Begriff noch oft ein: „Hä, was is’n das?“. Was mich wirklich erstaunt: Vor allem Berater scheinen das Thema gekapert zu haben! Von Marketing/Werbeagenturen kommt da noch zu wenig! Fragt man z.B. bei Werbe- und Marketing-Akademien nach, Fehlanzeige! „Hä, was is’n das?“

Aus meiner Sicht eine dramatische Fehlentwicklung. Warum sind vor allem Berater so scharf auf das Thema? Na warum wohl? Es gilt Prozesse zu entwickeln. Das klingt erst mal komplex. Ist-Analyse ermitteln, Soll-Zustand definieren… Projektgruppen aufsetzen, Projektpläne erarbeiten… etc… etc… Ganz gemäß des alten 7P-Sprichwortes der Britischen Armee: „Proper Planning and Preperation Prevents Piss Poor Performance“. Es klingt vor allem nach einem: Kräftig Mann-Tage verkaufen! Und jetzt wo es ein Megatrend ist What the !@#$ is marketing automation?sowieso. Also auf geht’s! Kräftig Prozesse definieren, Leadtrichter aufbauen, oben ein wenig Content rein und schon fließt der Leadstrom. Glauben Sie nicht? Ist auch Quatsch!

Die grundsätzlichen Prinzipien der Marketing Automation gibt es schon seit den 80ern. Damals hieß es Database Marketing. Mit der Verbesserung der Möglichkeiten (z.B. CRM) kamen erste Ansätze des 1:1 Marketing dazu. Und heute hat uns das Internet die technischen Möglichkeiten für die Königsdisziplin geschaffen: Behavioral Marketing – verhaltensgesteuertes Marketing. Wir können unsere Zielpersonen beobachten, noch besser kennen lernen, daraus Schlüsse ziehen und sie so für uns gewinnen. Dabei helfen uns Marketing Automation Plattformen, die Kommunikation über alle Kanäle zu überwachen und zu steuern. All die Technik hat jedoch eines nicht geändert: Entscheidend sind die Ideen! Die Kreativität! Schlechter Content bleibt schlechter Content! Ein blöder Bildschirmfoto 2013-05-06 um 10.11.27Kommunikationsprozess bleibt ein blöder Prozess! Er wird nicht zu Gold, nur weil er in einem Marketing Automation Tool abgebildet ist. Eine geniale Kampagne ohne die Möglichkeiten der Automatisierung wird vielleicht trotzdem funktionieren. Aber mit Marketing Automation wird sie deutlich besser funktionieren. Auf Kurz oder Lang wird jeder diese Werkzeuge einsetzen. Sogar einsetzen müssen. Damit Sie langfristig mehr rausholen aus Ihren Kommunikationsinitiativen, Ihre Kunden besser verstehen und sie besser überzeugen. Aber eines ist sicher: Wer keine Ideen hat, wird auch mit Marketing Automation kein Millionär!

Ach und eines möchte ich noch loswerden: Der Megatrend Marketing Automation ruft auch viele Scharlatane auf den Plan. Die Möglichkeiten der Marketing Automation – nutzt man sie richtig – sind enorm. Aber warum spricht niemand von den Gefahren? Weil es keine gibt? Mitnichten! Prozessgesteuerte Kommunikation kann nervtötend oder belästigend für den Adressaten sein, wenn man sie nicht richtig justiert. Schlechte Kommunikation „automatisiert“ wirkt wie ein Mixer in der Jauchegrube! Viele von uns sind auf Newsletter- oder E-Mail- Verteilern gewesen und haben sich irgendwann völlig entnervt abgemeldet! Sie wären erstaunt, wie viele dieser Absender (in der IT-Branche) bereits hochentwickelte Marketing Automation Tools einsetzen.

Kommunikation ist nach wie vor eine Frage des Know-hows, der Beobachtung (Monitoring) und der Erfahrung. Und zur Zeit habe ich das Gefühl, dass es mehr Berater und Agenturen mit „jahrelanger“ Marketing Automation Erfahrung auf dem Markt gibt als Installationen dieser Technologie. Da hantieren Berater mit hochsensiblen Daten, reichern Profile an, entwickeln Permission Konzepte und haben nicht mal einen Datenschutzbeauftragten. Andere fummeln am zentralen Nerv der Unternehmenskommunikation und haben sowas noch nie gemacht.

Ein Tipp: Bevor sie einen Dienstleister mit der Unterstützung bei der Umsetzung von Automatisierungskonzepten beauftragen, tun Sie zwei Dinge:

  1. Lassen Sie sich konkrete Referenzen geben und rufen Sie diese an. Versuchen Sie herauszufinden, was und in welchem Umfang der Dienstleister dort gemacht hat. Und versuchen Sie zu unterscheiden, ob nur mal ein Facebook-Formular angebunden wurde oder ob eine umfangreiche, mehrmonatige Kampagne gemacht wurde. Aber am allerwichtigsten: Fragen Sie nach dem Erfolg!
  2. Prüfen Sie die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien. Wenn Dienstleister mit Ihren Daten jonglieren oder im zentralen Nervensystem Ihrer Kundenkommunikation operieren, dann sollten Sie die Rechtslage genauestens kennen. Wenn nicht, begeben Sie sich gemeinsam in ein Mienengebiet!

 

Und noch ein Tipp: Wenn Sie erfolgreich Automatisierung einführen und/oder betreiben wollen, dann bringen sie Implementierungspartner, Marketing Agenturen (die Marketing Agenturen sollten Dialogmarketing Experten sein und Automatisierungserfahrung haben) und PR-Profis an einen Tisch. Für das Thema Marketing Automation gibt es Implementierungspartner, die vor allem die Technik und die Anbindung an bestehende System perfekt beherrschen. Auch können sie schnell Prozesse einbauen. Die Marketing-Agenturen entwickeln Kampagnen, Promotion und Konzepte und definieren die Nachfassprozesse. PR kann bei der Entwicklung von Content unterstützen. Gerade bei der Automatisierung kommt es darauf an alle Disziplinen zusammen am Kommunikationsmotor entwickeln zu lassen. Wenn es einen Fehler gibt der immer wieder wiederholt wird, dann ist es dieser!

Neulich habe ich einen Kunden kennen gelernt bei dem die Marketing Automatisierung mit dem Vertriebsmanagement eingeführt wurde. Das Ergebnis war, dass der Endkunde „hochautomatisiert“ jeden Tag gedrängt wurde nun endlich das Produkt zu kaufen. Der Erfolg: Massenhafte Abmeldung! Die Vokabel „Content Marketing“ war dort vollkommen unbekannt.

Und die Moral von der Geschicht’: auch Marketing Automation überwindet die Physik nicht. Es bleibt dabei: Shit in, Shit out!

Ihr Philipp Brüggen

PS: Marketing Automatisierung funktioniert – aus meiner Sicht am besten – wenn man  zukünftigen Bedürfnisse des potenziellen Kunden versteht – z.B. über Social Search. Aber dazu mehr in meinem nächsten Beitrag. Bis dahin empfehle ich folgenden Artikel: hier klicken…

 

 

Die Sache mit dem ROI.

 

„Marketing muss messbarer werden!“ Also ich kann es nicht mehr hören! Agenturen sind ständig in der Nachweispflicht, ob sich unsere Ideen und Konzepte gerechnet haben. Aber werden damit fast immer alleine gelassen. Hand aufs Herz! Die wenigsten unserer Kunden können Automatisierungstools, Bestellplattformen, CRM und ERP Systeme so verknüpfen, dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Kampagnen und Umsatz hergestellt werden kann. Tools, in denen sichtbar wird, auf welche Aktion ein Kauf zurückging? Fehlanzeige! Auf mehrfache Nachfrage, was denn nun unsere Kampagne gebracht hat, bekommen wir folgende Antworten:

* in 40% der Fälle Achselzucken
* in 30% der Fälle „Gute Idee. Müssen wir mal den Vertrieb fragen!“
* in 20% der Fälle „Dazu müssten wir mal unser CRM mit dem ERP abgleichen. Ist aber gerade keine Zeit“

Nur ca. 10% unserer Kunden können uns mehr oder weniger fundierte Antwort geben. Aber warum ist das so schwierig?

Die Lösung aller Transparenz-Probleme: Marketing Automation! Glaubt man einigen Anbietern, so führt man einfach ihre Lösung ein und schon geht der Himmel auf! Sie werden es ahnen: Das ist natürlich Mumpitz! Verstehen Sie mich nicht falsch. Marketing Automation ist eine segensreich Erfindung. Aber ein ROI purzelt auch nicht aus diesen Tools! Und schon gar nicht automatisch. Denn über eines herrscht immer noch große Unklarheit. 11362548-roi--return-of-invertelment-concept-in-word-tag-cloud-on-white-backgroundWie genau messen wir? Und was? Bisher wurden Marketing Kampagnen oft daran gemessen, wie viele Leads sie produzieren. Das war einfach zu zählen, greift aber immer zu kurz. So gesehen dürfte man sich weder mit klassischer Werbung noch mit PR oder gar Social Media beschäftigen. Mal abgesehen davon, dass man im B2B Investitionsgütermarketing ganze Buying-Center (Fachabteilung, Einkauf, Geschäftsleitung etc.) überzeugen muss. Das dauert Monate oder sogar Jahre. Eine unternehmensweite Storagelösung ist eben kein Impulskauf.

Ich hätte da einen Vorschlag, den wir auch schon ganz praktisch bei unseren Kunden in die Tat umsetzen! Wer sich tatsächlich schon mit Marketing Automatisierung beschäftig kennt die Möglichkeit des Leadscoring & Leadrating. Eine „unglaubliche Erleichterung“ finden die Marketiers. Denn nun lässt sich endlich die Übergabe der Leads an den Vertrieb organisieren! Leads werden so nicht mehr zu früh oder zu spät übergeben! (Soweit die Theorie. In der Praxis sind das eher lange, emotionale und quälende Abstimmungsprozesse, bis das wirklich sitzt!) Wenn man aber Leads vertrieblich bewerten kann, dann kann man auch „JEDE“ Interaktion zu ihren Interessenten oder Kunden monetär bewerten. Auch das ist alles andere als einfach. Und schon gar nicht mal eben schnell gemacht. Aber das Ergebnis lohnt die Mühe. Man sieht, was Kommunikation vom ersten Kontakt bist zum besten Leadscore kostet. Und darüber hinaus auch bei der Kundenentwicklung vom Einmalkunden zum Stammkunden! Und auf einmal bekommt der Leadtrichter Preisschilder! Wer das konsequent umsetzt, der weiß nach einigen Quartalen wie viel Budget benötigt wird, um den Lead-Trichter zu füllen.

Apropos Budget. Schade, dass unsere Kunden uns nicht glauben: Beispielsweise wenn wir ihnen Preise nennen, für Ziele die sie erreichen wollen. Aber irgendwie nachvollziehbar. Das Know-how könnten sie jetzt selber aufbauen. Marketing Automation kann dabei helfen.

Vor fast 100 Jahren soll Henry Ford gesagt haben: „Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte“. Was denken Sie? Was würde Henry Ford heute sagen?

Ihr Philipp Brüggen

PS: Ein weiteres Problem, warum Marketing schwer messbar ist: Es fängt schon damit an, dass oft die Erwartungen an Kampagnen völlig falsch sind. Nicht selten fordert man uns auf, eine Kampagne zu entwickeln, die für Bekanntheit sorgt, eine Einstellungsveränderung hervorruft und Leads generiert. Das wäre als wenn uns ein Fahrlehrer bittet, gleichzeitig vorwärts, seitwärts und rückwärts zu fahren! Eine solche Kampagne gibt es nicht (denn Wege und Mittel sind für diese Ziele vollkommen unterschiedlich!) oder macht nicht das, was der Kunde erwartet. Ein Thema für einen weiteren Blogeintrag!

Never bring a knife to a gunfight!

Eigentlich ist es ein Sean-Connery-Zitat aus dem unvergesslichen Film: The Untouchables. Und es geht mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Spätestens seit ich wieder mal Post bekommen habe. Zum nunmehr 18-ten Mal. Und immer der „fast“ gleiche Brief. Werbebrief, um genau zu sein. Seit etwas mehr als 3 Jahren versucht mich ein Hersteller von Unterhaltungselektronik für ein Radio zu gewinnen. 699 Euro soll es kosten. Ostern gibt es einen DVD-Player dazu, im Sommer eine zweite FernbedieFotonung, im Herbst den Mehrfach-CD-Wechsler und kurz vor Weihnachten einen Kopfhörer. Seit mehr als 3 Jahren.

Nach dem 14-ten Werbebrief war ich letztes Jahr neugierig geworden. Der Anbieter ist immerhin ein weltbekanntes Unternehmen. Ich wollte es wissen! (Ist das Radio so teuer, weil es tatsächlich einen solch herausragenden Klang hat, oder brauchen sie die ganze Kohle, um ihre Kunden so lange zu quälen, bis die das Radio bestellen? Einfach nur um endlich Ruhe zu haben.)
Nein, ich habe das Ding nicht gekauft. So groß war die Neugier dann doch nicht! Aber ich habe mich für den Newsletter des Unternehmens eingetragen. Name und Anschrift waren demnach spätestens ab da bekannt. Ich bin ein Apple-Gadget-Junkie! Und schon alleine deswegen habe ich mir seit der Newsletteranmeldung nur noch Produkte rund um iBildschirmfoto 2013-01-23 um 11.43.29Phone, iPod & iPad  angesehen. Lautsprecher, Kopfhörer und Zubehör für Apple Produkte. Das Ergebnis: Nach 2 Wochen erhielt ich den ersten Newsletter! Einige werden es jetzt ahnen: Einziges Thema des Newsletters war das Wahnsinns-Herbstangebot – das Radio für 699 Euro! So, und jetzt sitze ich hier mit dem Mailing  Nr. 18 vor mir auf dem Schreibtisch. Ein sog. One-Step-Mailer, 4-farbig, portoptimiert und celofaniert. So wie alle anderen auch in den letzten 3 Jahren. Das Winterangebot – ein Radio für 699 Euro. Diesmal wieder mit der 2-ten Fernbedienung als Angebot , wenn ich bis zum 31. Januar bestelle. In Zeiten von CRM, Leadmanagement und Marketing Automation wird Ihnen vielleicht klar, warum mir dieser Spruch nicht aus dem Kopf geht: Never bring a knife to a gunfight!

Ihr Philipp Brüggen

Verschwendetes Marketingbudget oder was ist eigentlich Marketing Automation?

…und wie werbetreibende Unternehmen endlich verstehen können, was ich will!

Wie kommt es, dass ich ein Winterreifenset für mein neues Auto kaufe und das erste Mailing dieses Herstellers ausgerechnet ein Sonderangebot für Winterreifen ist? Oder dass mich ein Lautsprecherhersteller seit vier Jahren jedes Jahr 5-6 Mal mit dem „fast“ gleichen Flyer für das exakt gleiche Produkt beglückt? 18 Hochglanzflyer dieses Anbieters zählt meine Sammlung heute. Unnötig zu sagen, dass ich das Gerät nicht will.

Es gibt tatsächlich immer noch Entscheider im Geschäftsleben, die glauben, dass Marketing eine Sache der Intuition ist. Ich habe es selbst noch erlebt: Noch vor wenigen Jahren wurden erfolglose IT-Verkäufer ins Marketing „abgeschoben“. Selten waren es Kommunikationsexperten. Fast nie hatten sie fundiertes Vermarktungs-Know-how. Und kaum jemand wusste, wie man integriertes Marketing macht!

Das ändert sich gerade drastisch. Marketing-Verantwortliche müssen das Management aller Kommunikationskanäle absolut beherrschen. Dass dieser Job tiefes Know-how erfordert, ist in Zeiten der fortschreitenden digitalen Vernetzung nachvollziehbar. Klassische Werbung, Dialogmarketing, Below the Line, SEM, SEO, Social Media, usw. sind auch längst keine Einzeldisziplinen mehr. Sie müssen intelligent verknüpft und zu einer sinnvollen Strategie verbunden werden. Außerdem verschärft sich das Datenschutzrecht, und wer mit seinem Kunden in „guten Kontakt“ stehen will, der muss voll integriert an die Sache gehen. Denn Kunden erwarten individuelle Ansprache. Das heißt, Marketing Manager müssen nicht nur Kommunikationsexperten sein, sondern auch fundierte Einblicke in Technologien wie die Marketing Automation oder Behavioral Marketing Automation besitzen.

Für all diejenigen, denen Begriffe wie Closed Loop Kommunikation, Lead Scoring und Lead Nurturing nichts sagen, ein Tipp: Marketing Automatisierung oder auch Behavioral Marketing Automation ist für mich der wichtigste Trend für die nächsten fünf Jahre. Und um Themen wie diese, soll es in Zukunft hier gehen!

Ihr Philipp Brüggen